Diese Website verwendet Cookies, um die Benutzererfahrung zu verbessern. Sie können selbst entscheiden, ob Sie zustimmen.
|
Jedes Pferd und jeder Huf ist individuell. Unzählige Faktoren haben einen Einfluss auf die Hufgesundheit - darunter Gliedmaßenstellung und Gesamtkonstitution des Pferdes, Nutzung, Haltung (inkl. Herdenkonstellation) sowie die Fütterung.
Hufgesundheit lässt sich nicht isoliert betrachten - sie ist immer das Ergebnis eines Zusammenspiels vieler Aspekte. Einige "Hufprobleme" sind daher auch keine reinen Hufprobleme - ihre Ursache liegt oft an einer ganz anderen Stelle. Eine gute Hufbearbeitung bedeutet deshalb weit mehr, als den Huf nach Schema F zu kürzen. Es geht darum, genau hinzusehen und das Pferd als Ganzes einzubeziehen. |
|
Ein zentraler Bestandteil ist der sogenannte Hufmechanismus: Im hinteren (kaudalen) Bereich ist der Huf elastisch. Die Hornkapsel kann sich leicht verwinden und weitet sich beim Auffußen bzw. zieht sich zusammen beim Abfußen. Dieser Mechanismus wirkt stoßdämpfend und durchblutet den Huf - bei jedem Schritt werden Blut und Lymphe durch den Huf bewegt. Der Huf wird dadurch sozusagen zu einer Blut- bzw. Lymphpumpe.
|
|
Ein starrer Beschlag schränkt diese natürliche Funktion ein, da er die Beweglichkeit des Hufes reduziert. Auch Aspekte wie fehlende Strahlunterstützung, Nagellöcher als mögliche Eintrittspforten für Mikroben oder ein gewisses Verletzungsrisiko (z. B. durch verlorene Eisen) spielen in der Praxis eine Rolle.
Dennoch ist Barhuf nicht für jedes Pferd und jede Nutzung sofort oder dauerhaft problemlos möglich. Faktoren wie Haltung, Untergrund, Nutzung oder Fütterung müssen immer individuell berücksichtigt werden – können jedoch häufig gezielt verbessert werden, um eine Barhufumstellung zu unterstützen. |
|
Klebebeschläge bieten dabei einige Vorteile gegenüber dem klassischen Eisenbeschlag. Sie sind leichter und damit schonender für Sehnen und Bänder. Da sie ohne Nägel befestigt werden, bleibt die Hufwand intakt und es entstehen keine zusätzlichen Eintrittspforten für Bakterien oder Pilze. Sollte dein Pferd einen Bekleb verlieren, reißen die Laschen einfach an der Sollbruchstelle ab und die Hufwand bleibt intakt.
Durch ihr flexibles Kunststoff-Material bleibt der Hufmechanismus weitgehend erhalten. Während des Hufwachstums wird der Huf auch nicht eingezwängt - dieser wächst nämlich pro Monat nicht nur 8 bis 10 Millimeter nach unten, sondern gleichzeitig auch bis zu 8 Millimeter in die Breite. Durch die Dehnbarkeit des Klebebeschlags kann dieser im Gegensatz zu einem starren System in die Breite "mitwachsen". |
|
Stell dir vor: Du warst schon lange nicht mehr wandern und deine Freunde laden dich nun zu einem Wandertag ein. Im Keller findest du noch ein Paar alte Wanderschuhe - vielleicht schon etwas klein, aber du denkst dir "für ein paar Stunden wird's schon gehen". Zu Beginn der Wanderung scheint noch alles gut, doch nach wenigen Kilometern merkst du, dass die alten Schuhe doch sehr unbequem sind. Die Freude an der Bewegung vergeht, jeder Schritt wird unangenehm. Als sich dann auch noch ein kleiner Stein in den Schuh verirrt, kannst du kaum noch normal gehen. Klar ist: Der Stein muss raus - nicht erst am Ende des Wandertags, sondern sofort - und neue, passende Schuhe müssen her. |
|
Ganz ähnlich geht es Pferden, deren Hufe über längere Zeit nicht bearbeitet wurden. Mit dem entscheidenden Unterschied: Sie können den "Stein im Schuh" nicht selbst entfernen, sich nicht selbst "neue Wanderschuhe" bestellen und uns auch nicht verbal mitteilen, dass etwas drückt. Regelmäßige Hufbearbeitung ist daher essenziell für das Wohlbefinden deines Pferdes. In der Praxis erlebe ich immer wieder, wie groß die Erleichterung ist, wenn am Huf endlich nichts mehr stört oder drückt.
Deshalb ist es nicht sinnvoll, die Abstände zwischen den Bearbeitungsintervallen zu strecken - auch nicht, wenn der Huf "eh noch ganz okay aussieht". Denn oft zeigt sich erst bei genauer Betrachtung, dass bereits Ungleichgewichte bestehen. |
|
Hufe wachsen um etwa 8 bis 10 Millimeter pro Monat. Ohne regelmäßige Kontrolle und Bearbeitung entstehen schnell Dysbalancen - etwa durch eine ungünstige Kombination aus Haltung, Nutzung oder Belastung. Diese können zu Rissen, Abszessen oder anderen Problemen führen, die wiederum die Gesamtsituation des Hufes langfristig verschlechtern. Außerdem hat die Hufstellung direkte Auswirkungen auf Sehnen, Bänder und Gelenke. Werden Fehlstellungen über längere Zeit nicht korrigiert, belastet das den gesamten Bewegungsapparat des Pferdes. |